Roberto Rodríguez, Präsident der Second@s Plus, stellte das Thema Schul- und Bildungspolitik auch in einen grösseren Kontext, da bei Fragen um die Ausrichtung der Schulpolitik, immer auch um Gesellschaftliche Fragen geht.
Für Jacqueline Fehr sind die Unstimmigkeiten in der Bevölkerung in Bezug auf das Bildungswesen ein untrügliches Anzeichen dafür, dass wir uns auf den Weg gemacht haben, die Schule als Institution zu entwickeln. Strukturen, wie z.B. Schulleitungen, die an Gymnasien, Privatschulen und Schulen im Ausland schon lange selbstverständlich sind, werden in unserer Volksschule erst jetzt eingeführt. Administrative Unterstützung durch Sekretariate, die in anderen Bildungsorganisationen selbstverständlich sind, fehlen an unserer Volksschule noch immer.
Die Autorin berichtete von ihren Erfahrungen in schwedischen, finnischen, aber auch schweizerischen Bildungsinstitutionen und zeigte Unterschiede auf, die für eine Weiterentwicklung unseres Bildungssystems in Richtung lebenslanges Lernen wichtig sind. Der trotz heissen Sommerwetters gut besuchte Anlass bot die Möglichkeit zur Diskussion mit einer engagierten Bildungspolitikerin, die sich des Spannungsfeldes des Bildungswesens sehr wohl bewusst ist.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren mit der Autorin einig, dass der Beruf der Lehrpersonen wieder attraktiver werden muss. Neben einer fundierten Ausbildung, in der die Entwicklung der Kinder im Mittelpunkt steht, braucht es wieder eine vermehrte Wertschätzung der Lehrperson, aber auch ein Bekenntnis der Lehrpersonen selber zu einem modernen, aufgeschlossenen Berufsbild, in dem Teamarbeit selbstverständlich ist und die Entwicklung der Eigenständigkeit der Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt steht.
Buchempfehlung: Jacqueline Fehr: Schule mit Zukunft. Plädoyer für ein modernes Bildungswesen. Orell Füssli Verlag, 2009.
Renate Fischer für die SP2 und SP3